Ein wunderschöner Tag im späten Frühling. Der Himmel war himmelblau.
Die Sonne strahlte, aber brannte noch nicht. Die Ozonwerte lagen im
Normalbereich, so daß keine witterungsbedingten
Fehlleistungen der
durchschnittlich entwickelten und ausgereiften
Sinnesorgane der in diese Geschichte verwickelten Menschen zu befürchten waren.
Dies zu wissen ist wichtig, denn wohl würde der durchschnittlich
realistische Leser - respektive die nicht minder realistische Leserin - geneigt
sein, den folgenden Ausführungen keine Beachtung zu schenken, hätte es sich um
einen Tag gehandelt, an dem das Sengen der Sonne
teererweichend und der strömende Schweiß
der sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln drängenden Menschen zu allgemeinem
Naserümpfen, ja eventuell zu Übelkeit und später zu Brechreiz geführt hätte.
Hans Finkenschlag ging am Morgen dieses Tages in Richtung Tram. Es war
gegen 11.00 Uhr. Fröhlich pfeifend nahm er wahr, das eine Bahn, die er hätte
benutzen können, an ihm vorbeifuhr, kurz bevor er den Haltepunkt erreichte.
Weder unterbrach er sein sein Trällern, noch
beschleunigte er seinen Schritt, um das Gefährt - zuletzt womöglich laufend und
aus dem
letzten Loch pfeifend - doch nicht mehr zu erreichen.
Hans Finkenschlag fragte sich, ob er - so frohgemut und zufrieden –
nicht die Inkarnation der Glückseligkeit sei. Durch diese Überlegung nahm seine
Selbstsicherheit derart zu, daß zunächst sein Pfeifen
lauter wurde, und
als er sich vorstellte, daß er nun gen Himmel
aufsteigen und die Straßenbahn sowieso nicht benutzen müßte,
begann er laut zu singen:
"Mein Name ist Hans Finkenschlag.
Ich fliege dann, wenn ich es mag.
Wer weiß, nähm ich die Straßenbahn,
vielleicht käm' ich dann gar nicht
an..."
Dazu wedelte er mit den Armen, und fast sah es aus, als würde er
tatsächlich schweben.
An der Haltestelle angekommen, schaute er sich vergnügt um. Einige
andere Fahrgäste, die er vom Ansehen - manche sogar von kurzen Wortwechseln -
kannte, warteten außer ihm auf das Beförderungsmittel, welches er
irgendwie doch lieber benutzen wollte als die eigenen
"Flügel".
Und da kam sie auch schon - auf "leisen Sohlen" -
angeschlichen. Das Einsteigen nahm etwas mehr Zeit in Anspruch als sonst, denn
jeder Mensch wollte einem anderen Menschen Vortritt lassen. Ja, es war ein Tag,
da man Mensch sein konnte.
Und dann gingen die Türen der Bahn zu. Und dann fuhr die Bahn los. Und
dann nahm das Schicksal seinen Lauf.
Kaum hatte Hans Finkenschlag seinen Fahrschein entwertet faßte er das "Ping" des
Automaten als eine Aufforderung auf, die Karte immer wieder in den Schlitz zu
stecken und sich das "Ping - Ping
- Ping" zu holen. Weiß Gott, was er sich dabei
dachte. Jedenfalls stand er vor der kleinen Maschine und jubilierte "Gimmi 'n ping... gimmi 'n ping..." Er geriet
so recht in Extase, und da sich niemand an seinem Tun
störte, machte er weiter, bis plötzlich...
...eine Fee vor ihm stand.
Alle hatten Hans Finkenschlag genau beobachtet. Manche hatten bei sich
gedacht:
"Der hat heute besonders gute Laune..." oder "Hasch
mich, ich bin der Frühling..." oder "Gut, das
es nicht regnet..." oder was man sonst so denkt, wenn man in der
Straßenbahn sitzt und ständig "Ping" hört.
…stand also die Fee da und sagte mit freundlicher Stimme, laut und
deutlich:
"Guten Morgen, Hans Finkenschlag."
"Guten Morgen, schöne Fee." antwortete Hans ebenso freundlich
und ebenso hörbar, ohne Erstaunen zu zeigen.
"Kann schon sein," dachte er, "daß diese bezaubernde Dame schon die ganze Zeit neben mir
stand und ich sie bei meinem Automatenspiel bis jetzt übersehen habe."
"Aber woher kennt sie mich", fragte er sich doch. Ganz leise.
Für alle im Wagen konnte leicht der Eindruck entstehen, als würden sich
die beiden schon über einen längeren Zeitraum kennen. So vertraut wirkte alles.
Die Fee, die jetzt in der Straßenbahn stand, sah so aus, als gehöre sie
eher auf eine Hochzeitskutsche.
"Nun, Hans, ich bin gekommen, dir 3 Wünsche zu erfüllen. Und ich
habe dich ausgewählt, weil du zur Zeit der glücklichste Mensch auf der Welt
bist."
"Wie meinen Sie das?"
"Ich meine es so: Du darfst 3 Wünsche äußern, und ich erfülle sie
Dir."
"Drei???"
"Wohl weniger, aber höchstens drei Wünsche." entgegnete die
Fee.
Und alle Fahrgäste hörten es.
"Du hast Zeit bis zur Endstation."
Und unser Hans dachte sich: "Das ist ein schönes Spiel an einem
solchen Morgen" und dann fragte er:
"Wenn es so ist, dann handelt es sich bei Ihnen wirklich um eine
Fee?"
"Richtig."
"Und es ist ein wunderschöner Morgen. Wenn ich drei Wünsche frei
habe, dann muß es sich bei Ihnen um eine gute Fee
handeln."
"Hm", machte die Fee. "Ich kenne die Bedeutung von Gut
und Böse nicht."
"Wie auch immer - ich muß mir jetzt 3
Wünsche überlegen..."
In der Straßenbahn war es mucksmäuschenstill. Der Fahrer sah sich immer
wieder um, weil das ganze Gespräch gleich hinter ihm stattgefunden hatte.
Die Leute hatten sich vorn bereits zusammengedrängt, um besser sehen
und verstehen zu können.
Hans sah sich um. Er war nicht in der Lage, sein Leben Revue passieren
zu lassen, um herauszufinden, welche Wünsche er sich sinnvollerweise
erfüllen lassen solle. An seinem geistigen Auge zog immer wieder der schöne
Morgen vorbei, der Weg zur Tram, das Beinahe fliegen können und das "Ping...Ping" und alles.
Und dann waren sie an der Endstation.
Der Fahrer rief: "Endstation, alles aussteigen".
Doch alle blieben.
Auch die Fee.
"Wenn dir kein Wunsch einfällt, so lautet mein Auftrag, dir ein
Geschenk zu machen. Denn anscheinend, lieber Hans, bist Du sehr
bescheiden..."
…ging zuerst ein Raunen durch die Menge, und kurz darauf redeten alle
durcheinander. Alle riefen Hans zu, was er sich wünschen sollte.
Da hörte man das übliche wie "Geld!" "Gesundheit!"
"Ein langes Leben!", aber auch
"Wünsch Dir doch dreimal Drillinge!"
Man meinte es gut mit ihm und manchmal auch nicht.
Hans verunsicherte dies noch mehr, und er war froh, als die Fee wieder
ihre Stimme erhob.
"Willst Du ein Geschenk von mir?"
"Ja, gern."
"Dann nimm dies als Geschenk!"
Sie hielt jetzt ein etwa 75 cm langes Tier in der einen Hand, welches
verblüffende Ähnlichkeit mit einem riesigen Goldfisch hatte. In der anderen
Hand hielt sie einen Stock.
Dann sprach sie:
"Nimm diesen leblosen Goldfisch in die linke, den Stab in die
rechte Hand. Halte den Goldfisch am Schwanze und den Stab an seinem dicken
Ende."
Hans nahm den Fisch und den Stab, wie ihm geheißen.
"Und nun klopfe mit dem dünnen Ende auf den Kopf des Fisches.
Daraufhin wird Gold aus seinem Maul fallen. Aber bedenke, das das alles nur
solange und nur in dieser Straßenbahn funktioniert, wie der Fisch heil ist.
Reißt
dem Fisch eine Flossee ab oder zertrümmerst
Du ihm den Kopf, ist es vorbei mit dem Goldsegen."
Hans klopfte.
In diesem Augenblick fiel aus dem offenen Maul des Fisches ein
Goldstück.
Gleichzeitig war die Fee verschwunden.
Hans klopfte erneut.
Wieder ein Goldstück.
Er starrte auf den Boden der Straßenbahn.
Dann klopfte er noch einige Male.
"Das glaub' ich nicht. Ich traue meinen Augen nicht.
Kneif mich mal jemand..."
Und ehe Hans überhaupt begriff, was geschah, bückten sich einige und
hoben die Goldstücke auf und steckten sie in ihre Tasche.
Von hinten wurde gedrängelt, und jeder versuchte, so dicht wie möglich
an Hans heran zu kommen. Auch der Fahrer stand da. Eigentlich hätte er längst
wieder losfahren müssen.
Hin und wieder stiegen weitere Fahrgäste ein, die von der Vorgeschichte
nichts mitbekommen hatten und sich nun erzählen ließen, was geschehen war. Die
Befragten taten dies sehr ungern, bedeutete es doch weitere Konkurrenz bei der
Jagd nach einem Stück Gold.
"Mach die Türen zu," hörte man
plötzlich jemanden rufen.
Der Fahrer schloß die Türen, so daß niemand mehr zusteigen konnte.
Drei Leute hielten jeweils einen Stempelautomaten besetzt. Wie besessen
steckten sie die Fahrkarten hinein, um ein ständiges "Ping...Ping...Ping" zu erzeugen.
"Geben Sie mir eine neue Fahrkarte..."
Der Fahrer gab eine Fahrkarte heraus.
"2 Euro 10," brummte er.
"Später, später..."
Hans hatte aufgehört zu klopfen und grübelte, wie denn nun auch er an
die eigentlich ihm rechtmäßig zustehenden Goldstücke gelangen könnte.
"Nun klopf schon weiter..."
"Mach schon..."
"Geizkragen..."
hörte man es von überall.
Die Leute an den Entwertern droschen inzwischen ungeduldig auf die
Automaten ein, aber keine Fee kam zum Vorschein.
"Wenn Du nicht weiterklopfen willst,
klopfe ich.."
sagte eine Stimme gleich neben Hans, und ehe er sich's versah, war er
Fisch und Stock los.
Der andere klopfte, aber nichts passierte.
Er klopfte immer heftiger.
"Sei vorsichtig.!" riefen einige.
"Es funktioniert nur bei ihm!", schrien
andere.
"Gib ihm den Fisch wieder!"
Widerwillig rückte er den Fisch an Hans heraus.
Dann entdeckte jemand, daß es in der
Straßenbahn nur eine Frau gab.
"Das ist die Fee...", und vier Mann stürzten sich auf sie und
kreischten:
"Her mit den Fischen!"
"Einen für jeden!"
"Oder sollen wir ein bißchen auf dir herumklopfen?"
Hans hatte wieder angefangen, den Fisch zu "behandeln".
Vorhin war er noch wunschlos glücklich gewesen, und nun wollte er nurnoch die Taschen voller Gold haben und dann den Fisch
zerreißen und dann
verschwinden.
Darum rief er, schon fast überschnappend:
"Jetzt stopft mir erstmal jemand die Taschen voll, bis nichts mehr
paßt. Dann klopfe ich wieder für Euch. Wenn ihr es
nicht tut, hat es sich ausgeklopft."
Er klopfte.
Niemand hob das Gold auf.
Niemand stopfte es ihm ihn die
Tasche.
"Was ist nun?"
"Wer soll es dir in die Taschen stopfen?"
"Ist mir gleich."
"Ich mach es," erklärte sich ein
dicker Herr bereit.
Hans klopfte schneller als ein Specht."
"Der hamstert für sich. ich hab's genau gesehen."
"Das stimmt. Der Dicke schiebt sich was in den Ärmel."
Vier kräftige Hände packten ihn und schoben ihn nach hinten.
Die Frau hatte auch nach heftigem Draufklopfen
keine Fische mehr rausgerückt, und man hatte von ihr abgelassen.
"Also, macht ihr mir jetzt die Taschen voll?"
Hans klopfte wieder einige Male.
Wieder bückte sich niemand.
Nichts bewegte sich. Sehr lange Zeit.
"Der Fisch beginnt zu stinken", rümpfte jemand die Nase.
"Mach die Tür auf!" riefen einige.
Keiner hatte nach draußen gesehen.
Alle hatten das, was außerhalb der Straßenbahn geschah, ignoriert.
"Die Tür bleibt zu," rief ein
anderer.
Die Straßenbahnen hatten sich gestaut, und es gab hunderte von Schaulustigen,
die alle nicht verstanden, was vor sich ging.
"Nun sorg' dafür, das die Leute hier wegkommen,"
raunzte Hans den Fahrer an.
"Was zahlst du denn?"
Die Luft wurde immer dicker, die Stimmung immer gereizter, der
Fischgeruch immer intensiver, und dann holte jemand Hans die wenigen Goldstücke
wieder aus der Tasche, die der Dicke ihm hineingesteckt hatte.
Als Hans dem Fisch erneut auf den Kopf klopfte, riß
der Schwanz ab.
"Er hat ihn kaputtgemacht, damit er uns nichts mehr..."
Der Satz war noch nicht zu Ende, da stürzten alle durcheinander.
Einige zerrten an Hans und klopften heftig auf ihm herum, andere
versuchten ihr Glück doch noch einmal am Entwerter, weitere versuchten es im
Guten und im Bösen mit der einzigen Frau.
Durch das Geschrei hatten die Zuschauer draußen mitbekommen, daß das Wichtigste ein Fisch sei, und als der Fahrer nun
doch die Türen öffnete, weil das Geruchsgemisch unerträglich geworden war,
stürzte Hans, der seines Fisches und Stockes noch habhaft war, als erster
hinaus. Die Meute fiel über ihn her.
Alle wollten ein Stück des Fisches, und Hans konnte von Glück sagen, daß er nicht selbst zerrissen wurde.
Der Heimweg zog sich lang und war beschwerlich, denn die
"Flügel" waren ihm lahm.
Eines war für ihn sicher. Nie wieder würde er eine Straßenbahn
benutzen. Und nie wieder würde er sich irgendwo ein "Ping"
geben lassen. Nie wieder würde er wunschlos glücklich sein. Denn er hätte sich
alles gewünscht, aber sicher keinen "Goldfisch".
Wenn er nun einer Fee begegnen würde, wäre sein erster Wunsch
wahrscheinlich, das sie verschwände.
Am nächsten Morgen ging Hans seinen Weg zu Fuß. Er war übel drauf undschimpfte vor sich hin, denn es regnete in Strömen.
Hätte das gestrige Erlebnis nicht stattgefunden, wäre er mit der Tram gefahren.
Die erste Fußgängerampel war rot, und Hans hämmerte wie ein Irrer auf
dem Drücker herum.
Wutschnaubend stieß er immer wieder hervor:
"Gimmi green! Gimmi green!"
Und plötzlich sagte eine Stimme neben ihm:
"Guten morgen, Hans Finkenschlag! Ich bin eine Fee und zu dir
gekommen, weil Du der schlechtgelaunteste und
unglücklichste Mensch auf der Welt bist..."
Wenn Du oft im Trüben
fischst
und mal einen Schuh
erwischst,
dann ist das doch kein
Wunder.
Nimm 'nen
Hammer, klopf ihn platt,
und denk, es ist ´ne Flunder.
Noch
zwei Tage vor meinem Abitur hatte ich überhaupt
keine
Vorstellungen von meinem zukünftinge Leben.
Meine
Eltern können bezeugen, daß ich nie ein
gläubiger
Mensch war. In dieser großen Not jedoch
flehte
ich zum Himmel und bat den Herrn um Hilfe.
Ehrlich
gesagt hatte ich keine Hoffnung, daß Gott
reagieren
würde; ich hatte alle Gebote mehrfach
gebrochen,
- ja, ich möchte sogar sagen, daß ich die
Todsünden
immer mit innerer Freude beging.
Kaum
jedoch hatte ich meine Bitte um Hilfe bei der
Berufswahl
vorgetragen, hörte ich eine gütige Stimme:
"Werde
Priester der katholischen Kirche."
Sofort
fiel mir das Zölibath ein und trotzig
entgegnete
ich: "Da müßte mir schon das Glied
abfallen."
Im
selben Augenblick vollzog sich an mir - Gott sei
dank
schmerzlos und unblutig - dieses Wunder.
Kaum
habe ich mich hingelegt, ist es vorbei mit dem
geistigen
Müßiggang. Da ich noch nicht zu Mittag
gegessen
habe, knurrt mein Magen mich beim ersten
Wegdösen
böse an, und ich glaube, es krallen sich
Raubtierpranken
in meinen Bauch. Und ich muß
versuchen,
dieses Raubtier mit den Vorstellungen der
leckersten
Fleischgerichte zu beruhigen. Diesmal
scheint
es eine Katze zu sein, denn das innere Grummeln
verwandelt
sich erst in ein sanftes Schnurren,
als
ich in Gedanken eine Maus verschlucke.
Mir
wird ein wenig übel, und ich muß würgen.
Scheiße
- keine Schüssel neben der Couch. Also
wieder
mal schlucken. Ah - geschafft. - - -
Steckt
der Zeitgeist in einer Flasche oder in der
Wunderlampe??
Und ist seine Macht abhängig vom
Ölpreis?
Kann er aus einem Altglas-Container
wieder
heraus oder wird er mitgeschmolzen und es
folgt
ein neuer? Ist er gut oder böse und
gentechnologischer
Manipulation unterworfen?
Glaubt
er an die Bibel und gilt für ihn: Seid
fruchtbar
und mehret euch? An Nietzsche hält er
sich
sicher nicht. Kann er gar nicht. Weil der die
Ehe
zum Fort- und Hinaufpflanzen propagiert. Und ich
kenne
keinen Menschen, dem ich es zumuten möchte,
den
Zeitgeist zu ehelichen. Außerdem weiß ich
nicht,
ob er weiblich oder männlich ist oder
aussieht
wie die Sphinx...
Noch
'ne Maus für die Katz. - Alles für die Katz? -
Ich
denke gar nicht dran!
Eine
für dich und eine für mich. Und dann
nimmst
Du das Wollknäuel, oder paare dich mit dem
Zeitgeist.
- Was? - Weiß ich doch nicht, wie
du
in die Flasche kommen sollst, du blödes Vieh!
Warte
doch, bis er auf's Klo muß.
Dann kommt er
raus.
Wenn
ich nur noch wüßte, was der Koran sagt... dann
könnte
ich mir überlegen, was besser zu dem
Zeitgeist
paßt. - Warum hat die Stiftung Warrentest
eigentlich
noch keine Religionen und Philosophien
untersucht??
So schwer kann es doch nicht sein, ein
Preis-Leistungs-Verhältnis
festzusetzen. Ich würde
diejenige
wählen, in der ich meine Seele verkaufen
könnte
- nach dem Tode, versteht sich, und unter
der
Bedingung, daß ich für den Erlös keine
Mehrwertsteuer
zahlen muß. Schrecklich, daß
der
Staat
überall mitverdienen will. Jetzt versucht er
doch
glatt, die Steuerreform dadurch zu finanzieren,
daß
er uns im voraus Vergnügungssteuer
abzieht
für das himmlische Leben. - Ich weiß nicht,
ob
ich zahlen soll. - Weil ich ja nicht weiß, wann
ich
abtrete, kann ich schlecht abschätzen, wie
es
um die Auslieferungsbestimmungen zwischen
Himmel
und BRD stehen wird. Es klingelt. Aber ich
mache
nicht auf. Nein, heute nicht. -
Das
nützt mir gar nichts. Da steht der Papst schon
neben
meinem Bett. "Na prima", denke ich. "Den
kann
ich fragen wegen der vorgezogenen
himmlischen
Vergnügungssteuer." Er meint, daß er
mit
dem Herrn reden könnte; wenn ich nicht
ausgeliefert
werden wolle, müsse ich ihm jedoch
auch
einen Gefallen tun. - Ich gebe zu, daß ich
käuflich
bin, schütze aber Aids vor. "Das macht gar
nichts".
Er kriecht zu mir unter die Bettdecke und
drückt
mir seinen nach eigenen Angaben
"heilsamen
Hintern" über den Schwanz. "Danach
bist
du gesund", meint er. "Bei den zentralafrikanischen Affen und den
Schwulen in den USA hat das auch geklappt." Nach dem Akt muß ich ihm einen
runterholen,
und noch einen und noch einen. Und ich
muß
alles auffangen.
Sein
Vorhaben, meint Gottes Vertreter, dürfe auf gar
keinen
Fall im Sande verlaufen. - Dann höre ich
in
der Tagesschau, daß der Papst zur Steigerung
der
Geburtenrate Spermaproben in der Dritten Welt
verteilen
will.
"Im
Augenblick läßt er sich von B. Eckmann in Kassel
wichsen",
sagt der Nachrichtensprecher. "Drei
Tage
will er dort verbringen."
Ich
bekomme einen leichten Schwächeanfall. - Dann klingelt dasTelefon.
Meine
Mutter sagt mir, daß sie sehr stolz auf mich
ist
und fragt, ob ich nicht ein paar klitzekleine
Spermien
abzwacken könnte. Ich werfe ein, daß sie
doch
gar nicht mehr schwanger werden kann. Aber sie
will
es auch nur für ihre Enkeltöchter. Ich sage
schnell
zu, weil der Papst schon wieder schreit.
Und
dann höre ich den Nachrichtensprecher von 20000
verhungernden
Kindern reden. Na ja - ich werde in
den
nächsten Tagen auch kräftig abnehmen.